UROLOGIE AM STADTWALD
ÄRZTE FÜR UROLOGIE, ANDROLOGIE, MED. TUMORTHERAPIE UND PALLIATIVMEDIZIN
DR. MED. ROLF-J. MAUS
DR. MED. BERND COURAGE
DR. MED. SIMONE ECKHARDT
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50935 Köln
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Harnsteine

Die meisten Harnsteine enthalten Kalzium (ca. 95%), viele bestehen aus Kalziumoxalat (60-70%). Die zweithäufigste Steinart sind die Harnsäuresteine (oft in Kombination mit Gicht). Viele Faktoren spielen bei der Entstehung von Harnsteinen eine Rolle. Aufgrund von Blut- und Harnwerten hat man jedoch einige Anhaltspunkte und kann Ihnen Ratschläge für die Ernährung und Lebensführung geben:

Man weiß heute, dass die Ernährung eine große Rolle bei der Steinentstehung spielen kann. Deshalb sollten Sie sich an bestimmte "Spielregeln" bei der Ernährung halten. Das Wichtigste ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Durch die täglichen Getränke sollte erreicht werden, dass mindestens 2 Liter Urin pro Tag ausgeschieden wird. Dazu müssen Sie je nach Schwitzen mindestens einen halben Liter mehr trinken, also 2.5 Liter und zwar über den Tag verteilt. Besonders geeignet sind Wasser und alle Früchtetees.
Weniger gut, d.h. nur in Maßen zu trinken, sind

  • Kaffee
  • Bier
  • stark gesüßte Limonaden und
  • vor allem hochprozentige Alkoholika

Auch in der Nacht sollten Sie gegebenenfalls noch mal trinken, wenn Sie zum Wasserlassen zur Toilette müssen. Ein Glas mit Flüssigkeit sollte immer auf Ihrem Nachttisch stehen. Im Sommer oder bei körperlicher Arbeit, wenn man leicht ins Schwitzen gerät, müssen Sie für entsprechend stärkeren Flüssigkeitsersatz sorgen und entsprechend mehr trinken. Als Faustregel kann dabei gelten, dass: 1 Stunde Sport ungefähr 1 Liter zusätzliche Flüssigkeitszufuhr erforderlich macht.

Bei der Kost ist auf eine abwechslungsreiche, ausgewogene Zusammensetzung zu achten. Jede Form einseitiger Ernährung ist nachteilig. Viel Obst und Gemüse zu essen ist gesund, aber auch die anderen Bestandteile wie Ballaststoffe, Eiweiß, Kohlenhydrate sollten nicht vernachlässigt werden. Für den Genuss von Fleisch oder Fisch gilt für Sie: Nicht mehr als 150 g/Tag, bzw. 2/3 pflanzliche Kost, 1/3 tierische. Dies ist besonders zu beherzigen, wenn man an Harnsäuresteinen leidet, denn die Harnsäure ist ein Abbauprodukt des tierischen Eiweißstoffwechsels.

Meiden sollten Sie

  • Rhabarber
  • Spinat
  • Rote Beete
  • Kakaoprodukte (Schokolade) und
  • Nüsse (außer Kokosnüssen)

Beim Salzen sollten Sie darauf achten, dass nicht mehr als 5 g Tafelsalz pro Tag verwendet werden.

Durch eine entsprechende Lebensführung können Sie auch viel zur Vermeidung neuer Steine beitragen. Essen Sie regelmäßig und kleine Portionen. Sorgen Sie für ausreichende Bewegung (Ausgleichssport) und regelmäßigen Stuhlgang (Ballaststoffe, aber keine Abführmittel). Versuchen Sie langsam (aber sicher) Übergewicht zu reduzieren (die meisten “Steinreichen” sind übergewichtig). Auch ein regelmäßiger, ausreichender Schlaf sorgt für einen kontinuierlichen Harnfluss und beugt damit der Steinbildung vor.

Hinweise zur Ernährung zu den einzelnen Steinarten:

Bei Calciumoxalatsteinen reduziert die Vermeidung von Rhabarber, Spinat, Mangold, dunkler Schokolade, Kakao, schwarzer Tee, Kaffee, Cola, Limonaden, Nüsse, Petersilie, rote Beete, und Vitamin-C die Oxalat Ausscheidung.
Enpfehlenswert sind: Fisch, Geflügel, Bier, Blumenkohl. Zur Nacht empfehlen wir die Einnahme von 2,5 bis 5 g Kalium-Zitrat (Kalinor-Brause®, Uralyt-Kaliuni®, Blemaren-N-BrausetabL®). Auch die Einnahme von Orthophosphat (Reducto-Spezial®) kann die Aufnahme von Caleiurn in den Organismus und die Freisetzung des Calciums aus den Knochen verringern.

Nur bei nachgewiesener zu starker Calciumresorption aus der Nahrung sollten Sie Milch und Milchprodukte sowie vor allem Fleisch meiden. Diese Überresorption von Calciwn aus der Nahrung kann jedoch nur der Arzt durch eine Stoffwechseluntersuchung feststellen und wird Ihnen diese spezielle Diät verordnen. In anderen Fällen Ist sogar eine catciumreiche Diät notwendig, um genügend Oxalat im Darm binden. Dies läßt sich nur durch eine Stoffwechselbilanz klären, die auch noch andere Störungen aufdecken kann.

Bei Struvitsteinen muß die bestehende Hamwegsinfektion auf jeden Fall ausgeheilt werden. Bakteriologische Kontrollen sind notwendig.
Empfehlenswert sind Kräuter- und Früchtetees, Mineraiwässer (Säuerlinge) mit Bikarbonatgehalt unter 600 mg/l, ungezuckerte, verdünnte Fruchsäfle (Apfel, Kirsche, Aprikose, schwarze Johannisbeere). Medikamentös kommt die Gabe von Acimethin® in Betracht.
Nicht empfehlenswert sind alkalische Mineralwässer (Bikarbonatgehalt über 1000 mg/l), Fruchtsäfte wie Zitrone, Orange, Grapefuit, Ananas, Tomate. Keine reine vgetarische Kost, sondern eine kalorisch knapp bemessene Mischkost. Vemeidung von Hülsenfrüchten, Nüssen und Hartkäse.

Bei Calcium-Phosphatsteinen empfehlen wir eine ausgewogene Mischkost, keine rein vegetarische Kost. Vermeiden Sie aber einseitig Fleisch, Wurst, Fisch oder Geflügel (max. 420 g bei 80 kg Körpergewicht), Eier, Käse, Bohnen, Nüsse. Säuernde Mineralwässer wie Volvic, Forst Bismarck-Quelle etc. sind zu bevorzugen. Auch hier ist die medikarnentöse Gabe von Magnesium sinnvoll.

Bei Harnäuresteinen kommt vor allem die medikamentöse Alkalisierung des Urins in Betracht. Die Zufuhr von tierischem Eiweiß sollte gedrosselt werden (max. 420 g Fleisch, etc.). Innereien sind gänzlich zu vermeiden. Senken Sie Ihr Körpergewicht!
Empfehlenswert sind Kräuter- und Früchtetees, ungezuekerte Fruchtsäfte wie Zitrone, Orange, Grapefruit, Ananas, Tomate, alkalisierendc Mineralwasser wie Apollinaris, Birresborner, Brohler, Gerolsteiner etc. Medikamentös kann man die Harnsäureausscheidung mit Allopurinol senken und den Urin-pH mit Alkalizitrat anheben. (Uralyt-U®).

Spezielle Hinweise zu den einzelnen Steinarten und deren Behandlung erhalten Sie bei Ihrem Urologen, bei dem ein Steinbildner als chronisch Kranker in ständiger Kontrolle sein sollte.